Freitag, 16. Dezember 2011

Wichteln will gelernt sein...

Jedes Jahr aufs Neue kommt der Graus wieder - Wichteln für die Betriebsweihnachtsfeier. Versteht mich nicht falsch, ich lieeeeebe Geschenke. Nein, nicht bekommen, sondern selbst verschenken. Ich mag es mir monatelang Gedanken zu machen über das perfekte Geschenk für jemanden, etwas persönliches, natüüürlich auch gern etwas selbstgemachtes... Früher hab ich immer schon im Sommer angefangen über die passenden Weihnachtsgeschenke zu brainstormen - leider hat dieser Eifer etwas nachgelassen, seit ich berufstätig bin und so bin ich jetzt fast schon der auf-den-letzten-Drücker-Überleger.

Manchmal können aus der Verzweiflung und Zeitnot heraus aber auch ganz hübsche Dinge entstehen. So dieses Jahr für mein Wichtelpäckchen. Bei uns im Betrieb ist es nämlich so, dass wir jeder ein Geschenk eines bestimmten vorher festgelegten Wertes ein paar Tage vor der Weihnachtsfeier mitbringen, sodass die dann schon vorher schön drapiert werden können - aber, und jetzt kommt der Haken an der Sache - wir beschenken niemanden Bestimmten. Die Geschenke werden alle in einen Sack gesteckt und dann ziehen wir, nachdem wir ein Gedicht aufsagen oder was singen mussten  ;o) .

Heißt im klartext: Finde ein Geschenk im Wert von x² (Wurzel aus etc.), dass Männlein, Weiblein und auch deinem Chef gleichermaßen gefallen möge.

Ist das vielleicht mal die blödeste Erfindung ever? Ich hasse es wirklich zutiefst mir nun schon das dritte Jahr darüber Gedanken machen zu müssen. Und das wo ich verschenken doch so mag.

Das einzig Positive daran ist, dass meine 2 letzten Geschenke sehr gut ankamen. 2009 hatte ich ein Tischset mit 4 Platzmatten und Servietten aus wunderschönem chinesischem Stoff mit passenden Stäbchen aus meinem heißgeliebten China-Outletstore in Berlin verschenkt, das hatte ich mir 2008 gekauft weil ichs wunderschön fand und es gerade im Angebot war. Wie das eben so ist, lag es 2009 frisch nach dem Umzug wieder in der Schublade bei meinem anderen Chinakram (und da habe ich viel von!) und war immer noch nicht benutzt worden. Also hab ich mich schweren Herzens von getrennt (sowas kann ich wirklich schlecht), da ich nur noch 2 Tage bis zur Abgabedeadline hatte und mir nichts einfiel.
Aus dem Sack gezogen hats dann der liebe Sven, ich dachte er wirds prompt gegen was anderes eintauschen - stattdessen hat er das jetzt schon oft benutzt, weil er chinesisches Essen liebt. Treffer, versenkt.

2010 war ich mit meinen Eltern hier im Dorf *lach* auf dem Weihnachtsmarkt und da gab es diesen unheimlich süßen Stand mit selbstgemachten Pralinchen und Likören, wo man auch mal probieren durfte. Das ist bei meiner Family ja der Tod - irgendwo gratis probieren, oh gott, dann ist ja nichts mehr übrig. Ein Grund warum ich nieeee zur Grünen Woche gegangen bin, ich hätte die Reizüberflutung nicht überlebt. Wir also dahin, Himbeerlikör geschlürft und Schokomandeln getastet und während wir so am Schwatzen waren mit der Standbetreiberin haben wir der die ganzen Schokomandeln weggefressen. Aus schlechtem Gewissen habe ich dann ein Fläschchen Himbeerlikör und ein Tütchen Schokomandeln gekauft - weil war auch wirklich sehr lecker dat Zeug - und dann beschlossen, dass das dann auch mein Wichtelgeschenk wird. Es war übrigens Samstag und die Weihnachtsfeier war Dienstag, höchste Eisenbahn also. Gezogen hats unsere F&B-Leitung und war ganz entzückt (verpacken lassen hatte ichs auch gleich, wie praktisch obendrein).

Nun, lange Rede, kurzer Sinn. Wir schrieben den 13.12. und ich war immer noch am grübeln, was es wohl dieses Jahr werden könnte. Dann unterhielt ich mich mit Sven, ob er schon was zum Wichteln hätte und er verriet mir, dass er es sich dieses Jahr ganz einfach gemacht hätte. "Verschenk doch einfach nen Gutschein, kommt immer an!"

"Neeeee", dacht ich. "Das ist ja doof... Und so langweilig und einfallslos. Ich will was Schönes." Sprachs und war am nächsten Tag immer noch so uninspired... Und dann saß ich im Zug zur Arbeit und schaute so aus dem Fenster und da kam sie, die Erleuchtung! (So war das ja wohl auch bei Joanne K. Rowling, saß im Zug und dachte an Harry Potter, kann so schlecht also nicht sein...)



Kaum war ich also angekommen, in meiner Wahlarbeitsheimat, direkt im Bahnhof rein in den lecker duftenden Starbucks und zwei Gutscheine gekauft für je 5 Euro. machste so eine schicke Verpackung, wie die Teena auf Ihrem Blog vorgestellt hat... oder so'n Teebeutelbuch wie von Scrapperia und dann hat die liebe Seele Ruh. Dann fing aber die Verkäuferin an, mich noch spontan zu anderen Dingen zu inspirieren. Erst steckte sie die zwei Gutscheine in so eine süße Hülle, fragte dann ob ich noch gern eine zweite hätte und als ich mir dann dachte, bisschen Deko schadet nie, und sie um so eine Wellpappe-Handschonmanschette-für-um-die-Becher-drum (wat'n Wort) bat, verstand sie mich falsch und schenkte mir stattdessen zwei dieser total hübschen Designerpappbecher - mit Deckel sogar. Und so sieht mein Wichtelgeschenk also dieses jahr so aus und zum ersten Mal liebe ich es - voll und ganz!


3 Kommentare:

  1. Das ist eine coole Idee, bin gespannt, wie das ankommt.

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  2. Na das Problem hast du doch suuuuper gelöst! Sieht klasse aus!

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  3. Dankeschön! Meine liebe Mitkollegin hat sich sehr darüber gefreut - aber wie das so ist - Alkohol und der Ausflug in die Altstadt danach tut das Übrige und nun liegt der schöne Becher im Müll...

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